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Sargmaske einer Königin

Die Maske gehörte ursprünglich zu einem überlebensgroßen Sarg in Menschenform, der mit einem Federmuster bedeckt war. Diese Form ist charakteristisch für die Epoche der Zweiten Zwischenzeit (ca. 1700 - 1550 v. Chr.) und ist im nichtköniglichen Bereich auch in einer schlichteren, lediglich bemalten Version bekannt. Über der Perücke ist das Federmuster der Geierhaube zu erkennen, einer von Königinnen häufig getragenen Kopfbedeckung. Über der Stirn ist ein plastisch gearbeiteter Geierkopf zu ergänzen.
Die Inschrift auf der Rückseite nennt den Namen der Dargestellten: die Königin Sat-Djehutj, Tochter der Teti-Scheri. Damit läßt sie sich einordnen in die königliche Familie der Ahmosiden, dem thebanischen Königshaus der 17. Dynastie. Diese Dynastie hat von Oberägypten aus die im Delta siedelnden Fremdherrscher, die Hyksos, in langen Kämpfen vertrieben und damit die Voraussetzung geschaffen für den Aufstieg Ägyptens zur Weltmacht im Neuen Reich.
Die Innenseite der Maske trägt Kapitel des ägyptischen Totenbuches, bei denen es sich um die älteste bislang bekannte Version dieser Textgattung handelt. Diese Sprüche sollten den Verstorbenen auf seiner Reise ins Jenseits begleiten, ihn schützen und verklären.
Während die Särge den Verstorbenen sonst stark idealisierend zeigen, liegt in dieser Maske ein eindrucksvolles Porträt der Königin vor: Charakteristisch ist die Bildung des Mundes mit der halbkreisförmigen Einkerbung oberhalb des Kinns. Dieses Merkmal läßt sich als familientypisch auch bei anderen Mitgliedern der Ahmosiden-Dynastie bis hin zu Amenophis I. verfolgen.
Die Wertschätzung der weiblichen Mitglieder der Königsfamilie läßt sich besonders deutlich an ihren beeindruckenden Särgen ablesen, die an Größe und Qualität diejenigen der männlichen Herrscher übertreffen. Die Münchner Maske der Sat-Djehuti ist in dieser Hinsicht besonders eindrucksvoll.



ÄS 7163
Holz, vergoldet; Augeneinlagen: Kupfer, Marmor, Obsidian
Theben-West
Zweite Zwischenzeit, 17. Dynastie, um 1575 v. Chr.
Erworben mit Unterstützung des Ernst von Siemens-Kunstfonds, der Hypo-Kulturstiftung und dem Freundeskreis der Ägyptischen Sammlung München e.V.